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/ 11.06.2013
Gerhard Paul / Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.)

Die Gestapo im Zweiten Weltkrieg. "Heimatfront" und besetztes Europa

Darmstadt: Primus Verlag 2000; VIII, 674 S.; ISBN 3-89678-188-X
Die Herausgeber schließen an den von ihnen im Jahre 1995 herausgegebenen Band "Die Gestapo. Mythos und Realität" an und folgen der seinerzeit von Kritikern erhobenen Forderung, "die Tätigkeit der Gestapo während des Krieges und in den besetzten Gebieten vor allem des Ostens künftig stärker zu berücksichtigen, vermehrt 'Vergleiche zwischen Peripherie und Zentrum' anzustellen sowie die staatspolizeiliche Verfolgung von Juden und Kommunisten genauer zu thematisieren" (2). In den 27 Beiträgen "geht ...
Gerhard Paul / Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.)

Die Gestapo im Zweiten Weltkrieg. "Heimatfront" und besetztes Europa

Darmstadt: Primus Verlag 2000; VIII, 674 S.; geb., 98,- DM; ISBN 3-89678-188-X
Die Herausgeber schließen an den von ihnen im Jahre 1995 herausgegebenen Band "Die Gestapo. Mythos und Realität" an und folgen der seinerzeit von Kritikern erhobenen Forderung, "die Tätigkeit der Gestapo während des Krieges und in den besetzten Gebieten vor allem des Ostens künftig stärker zu berücksichtigen, vermehrt 'Vergleiche zwischen Peripherie und Zentrum' anzustellen sowie die staatspolizeiliche Verfolgung von Juden und Kommunisten genauer zu thematisieren" (2). In den 27 Beiträgen "geht es einerseits um die auch in der Stalinismusforschung diskutierte Frage nach dem Verhältnis von Peripherie und Zentrum sowie um die Rückwirkung des Terrors an der Peripherie ins Innere Deutschlands, andererseits um das wechselseitige, keineswegs eingleisige Verhältnis des angeordneten Terrors von 'oben' und des praktizierten Terrors von 'unten'" (7). Bei diesem Band handelt es sich um das letzte Produkt eines mehrjährigen, von der Volkswagenstiftung geförderten Forschungsprojekts an der FU Berlin. Inhalt: I. Organisation und Personal: Michael Wildt: Radikalisierung und Selbstradikalisierung 1939. Die Geburt des Reichssicherheitshauptamtes aus dem Geist des völkischen Massenmords (11-41); Gerhard Paul: "Kämpfende Verwaltung". Das Amt IV des Reichssicherheitshauptamtes als Führungsinstanz der Gestapo (42-81); Jens Banach: Heydrichs Vertreter im Feld. Die Inspekteure, Kommandeure und Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (82-99); Jürgen Matthäus: "Warum wird über das Judentum geschult?" Die ideologische Vorbereitung der deutschen Polizei auf den Holocaust (100-124). II. Die Gestapo an der "Heimatfront": Johannes Tuchel: Registrierung, Mißhandlung und Exekution. Die "Politischen Abteilungen" in den Konzentrationslagern (127-140); Hans-Dieter Schmidt: "Finanztod". Die Zusammenarbeit von der Gestapo und Finanzverwaltung bei der Ausplünderung der Juden in Deutschland (141-154); Holger Berschel: Polizeiroutiniers und Judenverfolgung. Die Bearbeitung von "Judenangelegenheiten" bei der Stapo-Leitstelle Düsseldorf (155-178); Alfons Kenkmann: Störfaktor an der "Heimatfront". Jugendliche Nonkonformität und die Gestapo (179-200); Reinhard Otto: Die Gestapo und die sowjetischen Kriegsgefangenen. Das Beispiel der Stapo-Stelle Nürnberg-Fürth (201-221); Andreas Heusler: Prävention durch Terror. Die Gestapo und die Kontrolle der ausländischen Zwangsarbeiter am Beispiel München (222-236); Gerhard Wysocki: Lizenz zum Töten. Die "Sonderbehandlungs"-Praxis der Stapo-Stelle Braunschweig (237-254); Gabriele Lotfi: Stätten des Terrors. Die "Arbeitserziehungslager" der Gestapo (255-269); Klaus-Michael Mallmann: Brüderlein & Co. Die Gestapo und der kommunistische Widerstand in der Kriegsphase (270-287). III. Die Gestapo im besetzten Europa: Klaus-Michael Mallmann: Menschenjagd und Massenmord. Das neue Instrument der Einsatzgruppen und -kommandos 1938-1945 (291-316); Oldřich Sládek: Standrecht und Standgericht. Die Gestapo in Böhmen und Mähren (317-339); Michael Foedrowitz: Auf der Suche nach einer besatzungspolitischen Konzeption. Der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Generalgouvernement (340-361); Bernd Kasten: Zwischen Pragmatismus und exzessiver Gewalt. Die Gestapo in Frankreich 1940-1944 (362-382); Guus Meershoek: Machtentfaltung und Scheitern. Sicherheitspolizei und SD in den Niederlanden (383-402); Claudia Steur: Eichmanns Emissäre. Die "Judenberater" in Hitlers Europa (403-436); Klaus-Michael Mallmann: Die Türöffner der "Endlösung". Zur Genesis des Genozids (437-463); Knut Stang: Kollaboration und Völkermord. Das Rollkommando Hamann und die Vernichtung der litauischen Juden (464-480); Andrej Angrick: Im Windschatten der 11. Armee. Die Einsatzgruppe D (481-502); Klaus-Michael Mallmann: "Aufgeräumt und abgebrannt". Sicherheitspolizei und "Bandenkampf" in der besetzten Sowjetunion (503-520); Carlo Gentile / Lutz Klinkhammer: Gegen die Verbündeten von einst. Die Gestapo in Italien (521-540). IV. Das Ende der Gestapo: Gerhard Paul: "Diese Erschießungen haben mich innerlich gar nicht mehr berührt". Die Kriegsendphasenverbrecher der Gestapo 1944/45 (543-568); Stephan Linck: "Festung Nord" und "Alpenfestung". Das Ende des NS-Sicherheitsapparates (569-595). V. Ein Resümee: Klaus-Michael Mallmann / Gerhard Paul: Die Gestapo. Die Weltanschauungsexekutive mit gesellschaftlichem Rückhalt (599-650).
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Gerhard Paul / Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Die Gestapo im Zweiten Weltkrieg. Darmstadt: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12768-die-gestapo-im-zweiten-weltkrieg_15290, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 15290 Rezension drucken
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