/ 20.06.2013
Ellen Wesemüller
African Nationalism from Apartheid to Post-Apartheid South Africa. A Critical Analysis of ANC Party Political Discourse
Stuttgart: ibidem-Verlag 2005; 118 S.; pb., 27,90 €; ISBN 3-89821-498-2Der Präsident Südafrikas, Mbeki, verschafft der Rhetorik der Nation eine neue Heimat. Wesemüller untersucht diese Entwicklung in einer kurzen, bemerkenswerten Studie: Verfällt der ANC einem Laster ähnlich dem, dessen Überwindung sein eigentliches Ziel war? Gibt es einen neuen Nationalismus in Südafrika? Wesemüller versteht den Nationalismus im Gefolge der Konstruktivisten, deren Hauptzeugen Anderson und Hobsbawm sind. Die Unterscheidung von Staats- und Kulturnation wendet sie konstruktiv an: Die Geschichte des ANC sei von der Rivalität der beiden Konzepte geprägt, und noch heute halte man sich die Option des ethnischen Nationalismus offen. Der Nationalismus diene zum einen der Aufrechterhaltung materieller Ungleichheit. Deutlich zeige sich auch die In- und Exklusionsambivalenz des Nationalismus: Während in internationaler Perspektive die Exklusion drohe, herrsche in innernationaler Perspektive die Abweichungen unterdrückende Inklusion vor. Das ethnische Verständnis birgt auf der anderen Seite das Risiko der Zersplitterung der Nation in Ethnien, was in dem Kampf zwischen Xhosa und Zulu bereits Realität ist. Wesemüller zeigt auf eine Wunde, die schon bald das Gedeihen eines Landes lahm legen könnte.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 2.67 | 2.22 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Ellen Wesemüller: African Nationalism from Apartheid to Post-Apartheid South Africa. Stuttgart: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25311-african-nationalism-from-apartheid-to-post-apartheid-south-africa_29318, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29318
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Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
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