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/ 18.06.2013
Christoph Butterwegge / Karin Holm / Barbara Imholz / Michael Klundt / Caren Michels / Uwe Schulz / Margherita Zander / Matthias Zeng

Armut und Kindheit. Ein regionaler, nationaler und internationaler Vergleich

Opladen: Leske + Budrich 2003; 321 S.; 16,90 €; ISBN 3-8100-3707-9
Die Armutsstruktur hat sich in Deutschland seit den 70er-Jahren erheblich verändert: waren seinerzeit (ältere) Frauen überdurchschnittlich betroffen, so beträgt heute die Armutsquote der unter 24-jährigen etwa das Dreifache des nationalen Durchschnitts. Die Studie will dieses Phänomen nicht nur vergleichend analysieren - und zwar in internationaler, inter- und intraregionaler Perspektive -, sondern zugleich zu einem „Paradigmenwechsel in der Armutsforschung" beitragen (9). Dieser Anspruch richtet sich einerseits gegen den traditionellen ressourcenorientierten Ansatz, andererseits gegen den der so genannten „dynamischen" Armutsforschung (auf Basis von Längsschnittdaten) (28 ff.). Die Autoren favorisieren ein duales Konzept der Armutsforschung, das „in einem einheitlichen und umfassenden Zugriff die Mikro- und Makroansätze soziologischer, ökonomischer, politikwissenschaftlicher und sozialpädagogischer Forschung zu integrieren" sucht (36). Auch unterhalb dieser hohen Zielsetzung ist der Band aufgrund seiner zugleich empirischen und praxisbezogenen Ausrichtung sehr informativ. Er beruht auf einem vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung geförderten dreijährigen Projektverbund der Universität zu Köln, der FH Düsseldorf und der FH Münster. Inhalt: 1. Armut - Datenlage und Forschungsansätze; 2. Kindheits- und Armutsforschung im Wandel; 3. Ursachen von (Kinder-)Armut: Globalisierung, Individualisierung und Pluralisierung der Lebensformen; 4. „Straßenkarrieren" - ein internationaler Vergleich; 5. Bildungsübergänge, Wohlbefinden und Gesundheit armer Kinder im deutschen Ost-West-Vergleich; 6. Strategien der Kinder zur Bewältigung von Armut im Stadt/Land-Vergleich; 7. Schlussfolgerungen für die nationale und internationale Entwicklungspolitik gegen Kinderarmut; 8. Maßnahmen der Beschäftigungs-, Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik zur Bekämpfung von (Kinder-)Armut; 9. Kinderarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.22.2624.452.342 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Christoph Butterwegge / Karin Holm / Barbara Imholz / Michael Klundt / Caren Michels / Uwe Schulz / Margherita Zander / Matthias Zeng: Armut und Kindheit. Opladen: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19583-armut-und-kindheit_22780, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22780 Rezension drucken
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