Skip to main content
/ 28.05.2014
Ulrike Hopp-Nishanka

Between Negotiation Support, Relationship Building and Propaganda. The Contribution of the Peace Secretariats in Sri Lanka to Conflict Transformation

Online-Publikation 2013 (http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2013/6186/pdf/Dissertation.pdf); 479 S.
Diss. Hamburg; Begutachtung: H. J. Giessmann, M. Brzoska. – Mit der militärischen Niederlage der tamilischen Unabhängigkeitsbewegung ging der Bürgerkrieg in Sri Lanka im Jahr 2009 zu Ende. Haben aber auch Friedenssekretariate zur Lösung des Konfliktes beigetragen? Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Unter Friedenssekretariaten versteht Ulrike Hopp‑Nishanka, deren Arbeit auf mehrjähriger Feldforschung im Land basiert, Einrichtungen, die an einem Friedensprozess beteiligten Parteien organisatorische Unterstützung und verhandlungsbezogene Dienstleistungen (wie beispielsweise Hintergrundinformationen) bieten. Es habe insgesamt drei Sekretariate gegeben: eines zur Koordinierung des Friedensprozesses der Regierung (SCOPP), ein weiteres für die Muslime (PSM) sowie das der tamilischen Befreiungstiger (LTTE PS). Mithilfe der Organisationstheorie und unter Verwendung eines Agency‑Structure‑Modells erklärt die Autorin, wie sich die Rolle der Friedenssekretariate aus der Wechselwirkung zwischen organisationaler Identität, der Struktur des Konflikts und der eigenen Handlungsfähigkeit ergibt. Diese haben, so ihre Beobachtung, sowohl während der Friedensverhandlungen von 2002 und 2003 als auch während der Phase der militärischen Aufstandsbekämpfung ab 2006 eine positive Rolle gespielt. Daraus schlussfolgert sie, dass Friedenssekretariate, in Abhängigkeit von ihrem Mandat und Selbstverständnis, transformative Effekte in Konflikten befördern können. Neben Vorschlägen zur weiteren Forschung präsentiert die Autorin zehn konkrete Vorschläge zur Gestaltung und Unterstützung dieser Einrichtungen. Hervorzuheben sind insbesondere die Aufforderungen, Vorkehrungen für die Arbeit auch nach dem Abbruch von Verhandlungen zu treffen, weiterhin Gesprächskanäle bereitzuhalten und auch die hintergründigen Interessen‑ und Machtkonstellationen der Konfliktparteien zu analysieren.
Christian Patz (CPA)
M.A., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, Institut für Sozialwissenschaften, Fachbereich Politikwissenschaft, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Rubrizierung: 4.412.68 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Ulrike Hopp-Nishanka: Between Negotiation Support, Relationship Building and Propaganda. 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37133-between-negotiation-support-relationship-building-and-propaganda_45348, veröffentlicht am 28.05.2014. Buch-Nr.: 45348 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA