/ 18.06.2013
Jens Hinkmann
Ethik der Menschenrechte. Eine Studie zur philosophischen Begründung von Menschenrechten als universalen Normen
Marburg: Tectum Verlag 2002; 274 S.; 25,90 €; ISBN 3-8288-8395-8Politikwiss. Diss. Erfurt; Gutachter: D. von der Pfordten. - Gibt es interkulturell und überzeitlich gültige Menschenrechte, wie lassen sich diese begründen und worauf fußen die zahlreichen verschiedenen Menschenrechtsethiken? Hinkmann schafft in seiner Studie zunächst rechtstheoretische Klarheit, um diese politisch aufgeladene rechtsethische Debatte zu „versachlichen" (7) und „ideologisch motivierte" (43) Kontroversen philosophisch zu klären. Er identifiziert dabei z. B. Menschenrechte als „Ansprüche oder aggregierte Rechte" (29) und klassifiziert die drei so genannten Menschenrechtsgenerationen nach formalen Kriterien. Das Ziel der Arbeit sind generalisierbare Begründungen für Menschenrechte, deren Inhaber und Adressaten, gerade vor dem Hintergrund relativistischer Kritik am vermeintlich imperialistischen Menschenrechtsparadigma des Okzidents. Der Autor diskutiert auf instruktive Weise einschlägige universalistische rechtsethische Theorien und macht diese abschließend für den von ihm vertretenen „pragmatischen Individualismus" (223) fruchtbar, der zwischen den Ebenen der Rechtfertigung und Umsetzung unterscheidet. Dieser Ansatz nimmt das rationale individuelle „Interesse an Handlungen" (224) zum Ausgangspunkt und beansprucht, kulturneutral und damit universal begründbar zu sein.
Aus dem Inhalt: 2. Rechtstheoretische Analyse des Begriffs „Menschenrechte"; 3. Relativistische Kritik; 4. Theorien der Begründung von Menschenrechten als universalen Normen: 4.1 Naturrecht und Menschenrechte; 4.2 Diskursethik und Menschenrechte; 4.3 Libertarismus und Menschenrechte; 4.4 Kommunitarismus und Menschenrechte; 4.5 Utilitarismus und Menschenrechte; 4.6 Rationalistischer negativer Utilitarismus und Menschenrechte; 4.7 Transzendentaler Kontraktualismus und Menschenrechte; 4.8 Fairneßorientierter Kontraktualismus und Menschenrechte; 4.9 Normativer Individualismus und Menschenrechte. 5. Pragmatischer Individualismus und Menschenrechte; 6. Bausteine einer Ethik der Menschenrechte.
Tine Hanrieder (CTH)
M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
Rubrizierung: 5.44 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Tine Hanrieder, Rezension zu: Jens Hinkmann: Ethik der Menschenrechte. Marburg: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19117-ethik-der-menschenrechte_22203, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22203
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M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
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