/ 31.05.2013
Peter Köpf
Karadzic: Die Schande Europas
Düsseldorf: Econ Taschenbuch Verlag 1995; 160 S.; 12,90 DM; ISBN 3-612-26126-6Mit Radovan Karadzic rückt der Autor eine Schlüsselfigur des Konfliktes im ehemaligen Jugoslawien ins Zentrum der Analyse. Ein Ansatz, der dazu beitragen könnte, Hintergründe, Widersprüche und Handlungszusammenhänge des Konfliktes zu verstehen. Doch weit gefehlt: schon der bruchstückhafte Überblick über Karadzics (politischen) Werdegang ("Geld machte Karadzic mit seiner offenbar in der Kindheit geschulten Bauernschläue bei jeder sich bietenden Gelegenheit" [12]) läßt viele Fragen unbeantwortet. Ein Versuch, die innere Kohärenz seiner Politik zu erkennen, wird nicht unternommen, ebensowenig präsentiert der Autor politische oder historische Hintergrundinformationen. Statt dessen eine lose Ansammlung von bereits aus den Medien bekannten Allgemeinheiten und Polemiken: "Karadzic ist ein selbstloser Mensch. Alles, was er tut, tut er für sein serbisches Volk. Als Kämpfer gegen die Monster auf der anderen Seite verteidigt er genaugenommen quasi die ganze Menschheit, deren Würde und Zivilisation. Solche 'Vorkämpfer' stehen ja oft allein" (141).
Christoph Emminghaus (cem)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.62 | 2.24 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Christoph Emminghaus, Rezension zu: Peter Köpf: Karadzic: Die Schande Europas Düsseldorf: 1995, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/548-karadzic-die-schande-europas_335, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 335
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA