/ 18.06.2013
Dietmar Rothermund
Krisenherd Kaschmir. Der Konflikt der Atommächte Indien und Pakistan
München: C. H. Beck 2002; 150 S.; 9,90 €; ISBN 3-406-49424-2Seit Indien und Pakistan über die Atombombe verfügen, ist der Konflikt um Kaschmir zu einem der gefährlichsten Krisenherde der Weltpolitik geworden. An der Grenze zwischen beiden Ländern stehen sich seit dem Frühjahr 2002 mehr als eine Million Soldaten gegenüber. Nur durch ausländische Intervention, vor allem der USA, konnte eine weitere Eskalation vorerst vermieden werden. Der Autor, emeritierter Professor für die Geschichte Südasiens, schildert die Geschichte des Kaschmir-Konflikts, der seine Wurzeln in der Teilung Britisch-Indiens im Jahre 1947 hat. Er beschreibt die zunehmende Radikalisierung aufseiten der Hindu-Nationalisten wie der islamischen Fundamentalisten, die immer häufiger zu Terroranschlägen und Pogromen führt, und erklärt, warum sich der Konflikt seit dem Anschlag vom 11. September und dem Afghanistan-Krieg weiter verschärft hat. Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen den großen Linien der indisch-pakistanischen Beziehungen und der detaillierten Darstellung des Kaschmir-Konflikts, sodass er einen kompakten und dennoch nuancierten Überblick über diesen Regionalkonflikt bietet.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.41 | 2.68 | 4.22
Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Dietmar Rothermund: Krisenherd Kaschmir. München: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18052-krisenherd-kaschmir_20841, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20841
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
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