/ 21.06.2013
Harald Eberhard / Konrad Lachmayer / Gregor Ribarov / Gerhard Thallinger (Hrsg.)
Perspectives and Limits of Democracy
Wien: facultas.wuv 2008 (Schriften zum Internationalen und Vergleichenden Öffentlichen Recht 4); 170 S.; brosch., 28,- €; ISBN 978-3-8329-3341-8Der dritte Wiener Workshop im Bereich des internationalen öffentlichen Rechts im Mai 2007 thematisierte die Perspektiven und Beschränkungen von Demokratie. Die Autoren beleuchten zum einen die Herausforderungen, die sich durch das Erstarken des Fundamentalismus für die Demokratie ergeben, zum anderen Fragenstellungen in Bezug auf ein internationales Demokratieverständnis. Dieser Aspekt ist im Hinblick auf den zunehmenden Einfluss internationaler Organisationen auf unser tägliches Leben von Bedeutung. Riborov kritisiert beispielsweise, dass in den meisten öffentlichen Verwaltungen die Zusammenhänge zwischen den politischen Entscheidungen der gewählten Volksvertreter und denen der Behörden zunehmend verschwimmen. Es werde daher immer schwieriger, administrative Entscheidungen hinsichtlich ihrer politischen Legitimität zurückzuverfolgen, Verantwortlichkeiten zu erkennen oder Rechenschaft einzufordern. Diese Entwicklung werde durch immer komplexer werdende soziale Problemstellungen sowie durch dynamische technische Entwicklungen beschleunigt. Diese bedingten immer abstraktere Richtlinien, die wiederum den gesetzlichen Steuerungseffekt unterminierten und somit zu einer größeren Autonomie der Behörden führten. In einem anderen Beitrag vergleicht Rostam J. Neuwirth das indische Rechtssystem mit dem der europäischen Union und setzt beide in Zusammenhang mit dem Welthandelsregime. Darauf aufbauend erörtert er die Frage, ob eine Verfasstheit einen Vorteil gegenüber einer Nichtverfasstheit bedeutet. Auf diese Weise möchte er die parallel in Europa, Indien und der Welthandelsorganisation geführten konstitutionellen Debatten bereichern. Weitere Themen sind u. a. das Verhältnis von Demokratie und internationalen Finanzmärkten, der Zusammenhang zwischen einem hohen Bildungsstandard und der Demokratisierung in Südosteuropa sowie die demokratischen Rechte und Pflichten der Bürger.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.2 | 2.22 | 2.61 | 2.68 | 5.41 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Harald Eberhard / Konrad Lachmayer / Gregor Ribarov / Gerhard Thallinger (Hrsg.): Perspectives and Limits of Democracy Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29110-perspectives-and-limits-of-democracy_34392, veröffentlicht am 20.05.2009.
Buch-Nr.: 34392
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