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/ 04.06.2013
Heinz Kotte / Rüdiger Siebert

Vietnam. Die neue Zeit auf 100 Uhren. Mit einem Vorwort von Pham Thi Hoai

Göttingen: Lamuv 1997; 255 S.; pb., 38,- DM; ISBN 3-88977-467-4
Vor nahezu einem Vierteljahrhundert ging in Vietnam ein Krieg zu Ende, der über lange Jahre die ganze Welt in Atem gehalten hatte. Danach versank das Land in tiefste Armut: Menschen flohen auf wackeligen Dschunken über das Meer und politisch war Vietnam lange Zeit isoliert. Mitte der achtziger Jahre vollzog sich jedoch eine Kehrtwende. Zwar herrscht weiterhin die Kommunistische Partei, aber neben der offiziellen sozialistischen Planwirtschaft hat sich ein wilder, dynamischer Kapitalismus entwickelt, der durch kaum etwas zu kontrollieren ist. Die Autoren, beide Journalisten mit langjähriger Südostasienerfahrung (Kotte war sogar von 1968 bis 1974 Korrespondent in Vietnam), schildern in Berichten und Reportagen ihre Eindrücke vom heutigen Vietnam. Die Bestandsaufnahme zeigt die Zerrissenheit, aber auch die unbändige Kraft der Menschen in einem Land im Umbruch. Überall auf ihren Reisen durch das Land treffen die Autoren auf die Spuren des verheerenden Krieges, aber ebenso sind die Zeichen einer heranbrechenden neuen Zeit unübersehbar. Das Buch enthält wenig an politikwissenschaftlicher Analyse, ist aber als atmosphärisch dichte Schilderung der Zustände in einem heute eher unbekannten Land eine aufschlußreiche Lektüre.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.68 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Heinz Kotte / Rüdiger Siebert: Vietnam. Göttingen: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6093-vietnam_8286, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8286 Rezension drucken
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