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/ 21.06.2013
Manfred Füllsack

Arbeit

Wien: facultas.wuv 2009 (UTB-Profile: Grundbegriffe der europäischen Geistesgeschichte); 118 S.; 10,20 €; ISBN 978-3-8252-3235-1
In Ihrem Hauptwerk „Vita activa“ hatte Hannah Arendt die später vielzitierte These formuliert, der modernen Gesellschaft gehe die Arbeit aus. Diese Formulierung war eigentlich als Kritik einer von Ökonomismus und Konsumismus dominierten Lebensform gemeint – heute markiert der Satz eine Position der Arbeitsmarktkritik, derzufolge unser hochproduktives Beschäftigungssystem längst nicht mehr allen Erwerbspersonen eine Arbeit anzubieten vermag, von der sich anständig leben ließe. Allerdings setzt diese Perspektive ein bestimmtes, an das industriegesellschaftliche Normalarbeitsverhältnis gebundenes Verständnis voraus, das – wie der Autor zeigen möchte – die Bedeutung von Arbeit unzulässig einengt. Mit seinem ideengeschichtlichen Abriss will Füllsack demgegenüber die hohe Wandlungsfähigkeit dessen zeigen, was in unterschiedlichen Epochen jeweils als Arbeit (resp. Nichtarbeit) verstanden wurde. Mit kurzen Profilen stellt er in historischer Abfolge einschlägige Diskussionszusammenhänge dar – vom Arbeitsbegriff der Antike bis zur Gegenwart des Postindustrialismus. Der Band schließt mit einer Reflexion über künftige Formen von Arbeit – jenseits von Individualisierung, Digitalisierung und Globalisierung.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.12.2 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Manfred Füllsack: Arbeit Wien: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30638-arbeit_36385, veröffentlicht am 15.09.2009. Buch-Nr.: 36385 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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