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/ 03.06.2013
Ulrich Herbert

Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 1903-1989

Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 1996; 695 S.; 2., durchges. Aufl.; hardcov., 58,- DM; ISBN 3-8012-5019-9
Erweiterte Habilschrift Fernuniversität Hagen. - Herbert geht es in dieser Biographie des Organisators und Ideologen des nationalsozialistischen Sicherheitsapparats und langjährigen Stellvertreters von Heydrich, Werner Best, weniger um die Person als um den herausgehobenen Repräsentanten der Führungsgruppe des Reichssicherheitshauptamtes. Sie bestand aus etwa 300 Männern, Amts- und Referatsleitern, Chefs der regionalen Polizeistellen und deren Vertretern, welche die Kerngruppe der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Genozidpolitik bildete. Mehr als zwei Drittel dieser Männer waren im Jahr 1939 jünger als 36 Jahre und hatten ein Universitätsstudium, zumeist der Rechtswissenschaft, absolviert. Da es sich bei dieser Gruppe weder um sadistische SS-Schergen noch um "dumpf-überzeugungslose Befehlsempfänger" (14) gehandelt habe, gilt es laut Herbert, "die Fragen nach der Persönlichkeit und Überzeugungswelt, nach der politischen Sozialisation und ideologischen Aufladung, nach der weltanschaulichen Motivation und Perspektive [...] und - sofern sie das Kriegsende überlebten - [...] nach ihrer Einpassung in die gewandelten Verhältnisse, ihre[n] Legitimationsstrategien und Lebensperspektiven" (15) zu stellen. Am Beispiel von Werner Best gelingt es Herbert eindrucksvoll, die gestellten Fragen auch zu beantworten.
Torsten Oppelland (TO)
Prof. Dr., Politikwissenschaftler, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.32.3122.3132.35 Empfohlene Zitierweise: Torsten Oppelland, Rezension zu: Ulrich Herbert: Best. Bonn: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2005-best_2407, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2407 Rezension drucken
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