/ 21.06.2013
Gerhard Luf
Freiheit als Rechtsprinzip. Rechtsphilosophische Aufsätze. Hrsg. von Elisabeth Holzleithner und Alexander Somek
Wien: facultas.wuv 2008; 341 S.; 38,- €; ISBN 978-3-7089-0299-9Der Band versammelt bereits publizierte Aufsätze des Wiener Rechtsphilosophen zu zentralen Fragen seiner Forschung. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Überwindung der Dichotomie von Naturrecht und Rechtspositivismus. Letzterem wird vorgeworfen, dass er aufgrund unzureichender Reflexion der Legitimationsbedingungen positiven Rechts (siehe Kelsens Grundnorm) einem irrationalen Dezisionismus das Wort redet. Dagegen greift Luf auf die Transzendentalphilosophie Kants zurück, in der die Idee der gleichen Freiheit und des Gesetzes wechselseitig aufeinander verweisen, ohne jemals völlig ineinander aufzugehen. Weil aber der Begriff der Freiheit niemals institutionell konkretisiert werden kann, ist die Transzendentalphilosophie nicht gleichzusetzen mit dem objektivistischen Naturrecht, welches Gerechtigkeit ontologisch allgemeinverbindlich setzt und die völlige Identifikation des Individuums mit den staatlichen Institutionen verlangt. Die Idee der gleichen Freiheit geht auch nicht in einem weltanschaulichen Liberalismus auf, denn Freiheit überschreitet abstrakten Individualismus und wird nur als Solidarität erlebbar. Auch dem Leser, der sich für Fragen der Rechtstheorie weniger interessiert, sei dieser Band empfohlen, nicht zuletzt aufgrund der aufgeführten Schriften zur Menschenrechtstheorie.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.44 | 5.33
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Gerhard Luf: Freiheit als Rechtsprinzip. Wien: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30011-freiheit-als-rechtsprinzip_35572, veröffentlicht am 20.01.2009.
Buch-Nr.: 35572
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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