/ 21.06.2013
Henning Hahn
Globale Gerechtigkeit. Eine philosophische Einführung
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2009 (Campus Studium); 213 S.; kart., 19,90 €; ISBN 978-3-593-39024-6Im Zuge der Globalisierung können viele Probleme vom Klimawandel bis hin zur Armut in weiten Teilen der Welt nicht mehr allein auf nationalstaatlicher Ebene bewältigt, sondern müssen global angegangen werden. Globale Gerechtigkeit sei daher ein zentrales und hochaktuelles Thema für die politische Philosophie. Da die Entwicklung auf diesem Feld kontinuierlich fortschreitet, legt Hahn mit dieser Einführung zwangsläufig eine „Halbzeitanalyse“ (30) vor. Er rekonstruiert kritisch die Hauptschriften von Autoren, die entweder zentrale Referenzen der aktuellen Debatte sind oder aus seiner Sicht besonders interessante Weiterführungen präsentieren. So trifft der Leser nicht nur alte Bekannte wie Kant, Rawls oder Habermas, sondern auch Autoren wie Iris Marion Young, deren Bekanntheitsgrad sich eher auf Fachkreise beschränkt. Nach einem einführenden Kapitel zur Theoriebildung globaler Gerechtigkeit, in dem wichtige Grundlagen aufgearbeitet werden, widmet sich Hahn der Thematik in vier Hauptkapiteln. Zunächst wird das Weltarmutsproblem erörtert und anhand verschiedener Denker gezeigt, inwiefern es sich als Gerechtigkeitsproblem beschreiben lässt. Im Anschluss werden vertragstheoretische Ansätze, die die politische Theorie der Neuzeit zentral prägten, auf globaler Ebene diskutiert. Im vierten und fünften Kapitel widmet sich der Autor der Debatte zwischen Vertretern des gerechtigkeitstheoretischen Kosmopolitismus und Partikularismus, die die zentrale Kontroverse der Thematik darstellt. Hier geht es darum, ob und wie sich Grundsätze globaler Gerechtigkeit begründen lassen. Hahn geht davon aus, dass ein politischer Kosmopolitismus im Zuge der Globalisierung entstehe und dieser eine Antwort auf Fragen globaler Gerechtigkeit geben könne. Diesen Gedanken skizziert der Autor in einem abschließenden Kapitel. Die verschiedenen Denker werden gut verständlich vorgestellt, die einzelnen Kapitel ergänzen einander sinnvoll. Einsteiger können somit vertrauensvoll auf Hahns Einführung zurückgreifen.
Johannes Jüde (JÜ)
Student, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München, Hochschule für Philosophie München.
Rubrizierung: 5.42 | 5.46
Empfohlene Zitierweise: Johannes Jüde, Rezension zu: Henning Hahn: Globale Gerechtigkeit. Frankfurt a. M./New York: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31743-globale-gerechtigkeit_37827, veröffentlicht am 23.03.2010.
Buch-Nr.: 37827
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Student, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München, Hochschule für Philosophie München.
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