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/ 03.06.2013
Chris de Stoop

Hol die Wäsche rein. Die Geschichte einer ganz gewöhnlichen Abschiebung

Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 1996; 301 S.; 19,80 DM; ISBN 3-596-13484-6
Das Buch erzählt die Geschichte von Aziza, einer jungen Roma aus Makedonien, die versuchte, in Deutschland und den Niederlanden zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern politisches Asyl zu bekommen. De Stoop zeichnet die Stationen einer modernen Odyssee, in deren Verlauf die junge Frau einen Alptraum nach dem anderen erlebt: Trennung von Mann und Kindern, ausländerfeindliche Hetze, Bürokratenwillkür und zwangsweise Abschiebung. Sowohl in der scheinbaren "Heimat" Makedonien als auch in den Ländern, in denen sie um Asyl bittet, ist die junge Roma weder erwünscht noch anerkannt. Azizas Geschichte ist für de Stoop aber gleichzeitig auch Hintergrund für eine politisch anklagende Enthüllungsreportage. So zeichnet er das Bild einer menschenverachtenden "Abschiebemaschinerie" (22), die für die beteiligten Organisatoren ein skrupelloses "Millionengeschäft" (21) ist. Trotz einiger allzu grober Verallgemeinerungen liegt der Verdienst dieses Buches darin, den Alltag und die konkrete Erfahrung dessen, was hinter dem Wort "Abschiebung" steht, offenzulegen.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 2.2632.3433.54.42 Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Chris de Stoop: Hol die Wäsche rein. Frankfurt a. M.: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1938-hol-die-waesche-rein_2316, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2316 Rezension drucken
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