/ 21.06.2013
Jochen Stöger
Krisen und Kriege. Deutschland und die Niederlande und die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen der neuen Ära seit 1990
Münster: agenda Verlag 2008; 338 S.; 32,- €; ISBN 978-3-89688-356-8Politikwiss. Diss. Marburg; Gutachter: W. von Bredow, G. Gornig. – Der Niederländer Stöger untersucht die Parallelen beziehungsweise Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Außen- und Sicherheitspolitik im Zeitabschnitt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Irak-Krieg 2003. Den Schwerpunkt legt er auf die Phase nach 1990, also die Zeit nach dem Ende des Ost-West-Konflikts. Der Autor nimmt an, dass die Niederlande damals in erster Linie ihre Position in den internationalen Beziehungen wahren sowie eine außenpolitische „Marginalisierung“ verhindern wollten, während die Bundesrepublik eine „Normalisierung“ ihrer Außen- und Sicherheitspolitik anstrebte. Die wichtigste Forschungsfrage lautet: „Wie passten sich die Bundesrepublik Deutschland und die Niederlande an die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen der neuen Ära an?“ (20) Um diese Frage zu beantworten, analysiert Stöger die Politik beider Länder in vier Kriegen: dem Golfkrieg 1991, dem Bosnien-Krieg 1991-1995, dem Kosovo-Konflikt 1998/99 und dem Irak-Krieg 2003. Er konzentriert seine Analyse auf das Vorgehen der jeweiligen Regierungschefs und der Außen- sowie Verteidigungsminister. Dabei gelangt er zu dem Ergebnis, dass sich beide Länder den außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen der neuen Ära durch eine aktive Beteiligung am internationalen Konfliktmanagement anpassten. Der Zugriff auf militärische Mittel sei ein wichtiger Bestandteil dieser Außenpolitik gewesen und habe sowohl für die Niederlande als auch für die Bundesrepublik den „wesentlichsten außenpolitischen Trendbruch“ dargestellt. Die Niederlande hätten mit ihrem Engagement zwar keinen größeren Einfluss und kein höheres Prestige erworben, es sei ihnen jedoch gelungen, einen Bedeutungsverlust zu vermeiden. Die Bundesrepublik habe eine Normalisierung der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik erzielt – „die Einflussmöglichkeiten und die Gestaltungskraft Deutschlands“ (313) seien gewachsen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.2 | 4.21 | 4.22 | 2.61 | 2.63 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Jochen Stöger: Krisen und Kriege. Münster: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29604-krisen-und-kriege_35047, veröffentlicht am 20.05.2009.
Buch-Nr.: 35047
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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