/ 22.06.2013
Harald Hagemann / Michael von Hauff (Hrsg.)
Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie
Marburg: Metropolis-Verlag 2010; 601 S.; 44,80 €; ISBN 978-3-89518-797-1Zwar ist der Wohlstand, gemessen am Indikator Pro-Kopf-Einkommen, in den letzten Jahrzehnten in vielen Ländern gestiegen, aber gleichzeitig haben sich auch eine Reihe von ökonomischen Problemen und Ungleichgewichten ergeben. Der Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der TU Kaiserslautern von Hauff nennt hier etwa den Klimawandel, die verschiedenen regionalen Finanzkrisen seit Mitte der 80er-Jahre sowie die globale Finanzkrise, die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Industrie- und Entwicklungsländern, die vielerorts steigende Staatsverschuldung, die weltweit verbreitete Armut oder die wachsende Umweltbelastung. Bereits in den 70er-Jahren wurden einige dieser Krisensymptome wahrgenommen und kritisch reflektiert. In diesem Kontext entstand dann auch die Forderung nach einem neuen Paradigma, das von 178 Ländern auf der Weltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro vereinbart wurde, es lautete: nachhaltige Entwicklung. Der Herausgeber bedauert eine nur langsam voranschreitende Ausdifferenzierung und Umsetzung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung. Dieser Band informiert über den Stand des bisher Erreichten – er enthält die Beiträge der Frühjahrstagung des Arbeitskreises Politische Ökonomie, die im April 2009 in der Akademie des Bistums Mainz stattfand. Die Differenzierung nachhaltiger Entwicklung basiert, so von Hauff, auf der Dreidimensionalität, die sich seit Mitte der 90er-Jahre international durchgesetzt hat, auf der Gleichrangigkeit der Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales. So vertritt Thomas Ziesemer die These, dass eine amerikanische Umweltpolitik, die stärker als bisher auf eine Reduzierung der C02-Emissionen abzielte, nicht nur eine Verringerung von Ölimporten und damit auch eine geringere Bedeutung des Ölpreises zur Folge hätte, sondern auch eine Reduktion des Defizits in der Handelsbilanz und folglich ein nachhaltigeres Wirtschaftswachstum in den USA bewirken würde. Dieses Buch stellt einen Fundus vor allem für Ökonomen dar, die sich für die Diskussion des Thema Nachhaltigkeit interessieren.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.45 | 2.26 | 2.23 | 2.34
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Harald Hagemann / Michael von Hauff (Hrsg.): Nachhaltige Entwicklung – das neue Paradigma in der Ökonomie Marburg: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33240-nachhaltige-entwicklung--das-neue-paradigma-in-der-oekonomie_39743, veröffentlicht am 20.04.2011.
Buch-Nr.: 39743
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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