/ 20.06.2013
Franz Walter
Abschied von der Toskana. Die SPD in der Ära Schröder
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 188 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-531-14268-2Die Zeitschriftenartikel und Zeitungsbeiträge des Göttinger Politikwissenschaftlers, die in diesem Band versammelt sind, wurden von 1999 bis 2004 geschrieben. Walter beschreibt und analysiert darin eine Traditionspartei, „die zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr so ist, wie sie 130 Jahre konstant gewesen war" (8). Er schildert die programmatischen Probleme der Partei ebenso wie die dramatische Folgen der Überalterung der Mitglieder und des Austritts vieler langjähriger Sozialdemokraten. Der rote Faden, der sich durch alle Essays zieht, ist die These, dass der SPD die Kernbotschaft fehle. Sie habe keine mitreißende Botschaft mehr, die alle anspreche. Sie habe zudem zurzeit auch nicht die Führungspersönlichkeiten, die solche Botschaften glaubwürdig vertreten könnten. Die SPD biete momentan das Bild einer ausgebrannten Kanzlerpartei. Der Reformpolitik der heutigen SPD-Führung steht Walter zwar keineswegs abweisend gegenüber, er verweist aber ein ums andere Mal darauf, dass ein Reformentwurf noch so gut sein kann, aber scheitern müsse, wenn er nicht glaubwürdig vertreten werde: „Denn wenn ein Reformentwurf keine Leuchtkraft hat, keine Ausstrahlung, Emotion und Sinnlichkeit besitzt, dann wird es [...] nicht funktionieren." (154) Bei alle Kritik ist Walter überzeugt davon, dass die SPD ihren Platz in der bundesdeutschen Parteienlandschaft behalten wird. Sein Fazit aus dem Jahre 2002 klingt allerdings auch nicht gerade mitreißend: „Es wird irgendwie weitergehen mit der SPD. Wie schon seit langen 139 Jahren." (37)
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.331
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Franz Walter: Abschied von der Toskana. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22405-abschied-von-der-toskana_25564, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25564
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M. A., Politikwissenschaftler.
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