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/ 22.06.2013
Gerhard Göhler / Annette Knaut / Cornelia Schmalz-Jacobsen / Christian Walther (Hrsg.)

Medien/Demokratie. Redaktion: Annette Knaut, Kathrin Grothe und Sarah Kohlhauer

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2010 (Edition OSI-Club); 165 S.; 18,80 €; ISBN 978-3-631-58328-9
Der Band ist aus der Ringvorlesung „Medien/Demokratie – Journalismus in Berlin“ im Sommersemester 2008 am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin hervorgegangen und erhebt den Anspruch, neben der Forschung vor allem die alltägliche Praxis der Demokratievermittlung von Politikern und Journalisten zu beleuchten. Es geht den Herausgebern weniger um einen innovativen, neuen Ansatz, sondern um das grundlegende Verhältnis zwischen Medienfreiheit und Demokratie mit einem Schwerpunkt auf der Bundeshauptstadt Berlin. Die Autoren konzentrieren sich zunächst auf die Analyse und Sichtweise der Medien selbst. Den Printmedien wird mit mehreren Artikeln viel Raum eingeräumt. Das Thema der Neuen Medien wird durch einen empirischen Beitrag über die Politikvermittlung deutscher Abgeordneter im Web 2.0 abgedeckt. Die Bedeutung des ansonsten etwas zu kurz kommenden Hörfunks für die Politikvermittlung wird vom ehemaligen Intendanten des Deutschlandradios, Ernst Elitz, hervorgehoben. Peter Frey vom ZDF-Hauptstadtstudio problematisiert den Anpassungsdruck der Medien durch die zunehmende Dynamik im Mediensektor. Im zweiten thematischen Block kommen die politischen Akteure selbst zu Wort. Thomas Steg berichtet als stellvertretender Sprecher der Bundesregierung über die Balance zwischen Information und Marketing bei der Regierungskommunikation. Renate Künast von Bündnis 90/Die Grünen gibt einen Einblick in die strategische Kommunikation während der Oppositionsarbeit. Zwei Artikel sind der „Liberalen Depesche“ der FDP und dem „Vorwärts“ der SPD gewidmet. Der dritte Themenbereich kann als eher allgemein analytisch bezeichnet werden. Ulrich Sarcinelli stellt die Kommunikationsabhängigkeit der Politik in der Mediengesellschaft heraus, aber thematisiert gleichzeitig neben der Bringschuld der Medien die Holschuld der Bürger für eine lebendige Demokratie. Leider fehlt der Aufsatzsammlung letztlich jedoch ein roter Faden. Eine Handreichung bzw. Einleitung der Herausgeber wären hilfreich gewesen.
Andreas Hetzer (AHE)
Diplom-Medienwirt, Lehrkraft für besondere Aufgaben, Fach Politikwissenschaft, Universität Siegen.
Rubrizierung: 2.3332.3212.322 Empfohlene Zitierweise: Andreas Hetzer, Rezension zu: Gerhard Göhler / Annette Knaut / Cornelia Schmalz-Jacobsen / Christian Walther (Hrsg.): Medien/Demokratie. Frankfurt a. M. u. a.: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32369-mediendemokratie_38625, veröffentlicht am 17.06.2010. Buch-Nr.: 38625 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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