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/ 03.06.2013
Hans Uske

Das Fest der Faulenzer. Die öffentliche Entsorgung der Arbeitslosigkeit

Duisburg: DISS 1995; 257 S.; 29,80 DM; ISBN 3-927388-47-5
Der Autor sucht nach Erklärungen für den erstaunlichen Sachverhalt, daß die Massenarbeitslosigkeit in den achtziger Jahren von der politischen Tagesordnung der Bundesrepublik weitgehend verschwunden ist. Die Gewöhnung an die hohen und weiter steigenden Zahlen wird auf eine diskursive Strategie zurückgeführt, das Problem aus dem öffentlichen Bewußtsein zu verbannen. Der Autor unterscheidet drei Zielrichtungen dieser Strategie, die er als Entproblematisierung, Dethematisierung und Marginalisierung bezeichnet und anhand verschiedener Stränge des Diskurses - Drückeberger als unechte Arbeitslose, Aufschwung als Lösung des Problems, fehlende Lösungsalternativen - beschreibt und analysiert. Als Grundlage der Längs- und Querschnittsuntersuchung dient die Presseberichterstattung. Für die Behandlung der Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland werden ähnliche diskursive Tendenzen ausgemacht. Ob die Rückkehr des Arbeitslosenproblems ins öffentliche Bewußtsein, die im Westen der Bundesrepublik seit spätestens 1993 zu verzeichnen ist, von Dauer sein wird oder auf dieselbe Weise "bewältigt" werden kann, vermag der Autor nicht vorauszusagen.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.3422.331 Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Hans Uske: Das Fest der Faulenzer. Duisburg: 1995, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1146-das-fest-der-faulenzer_1155, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 1155 Rezension drucken
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