/ 06.06.2013
Walter Leisner
Gott und Volk. Religion und Kirche in der Demokratie. Vox Populi – Vox Dei?
Berlin: Duncker & Humblot 2008; 166 S.; 48,- €; ISBN 978-3-428-12801-3Der Autor beschäftigt sich – im Gegensatz zu anderen Werken – mit der Vereinbarkeit der Institution Kirche mit dem Konstrukt des demokratischen Staates. Leisner strebt dabei Erkenntnisse über eine – von Bürgern erlebbare – Vereinbarkeit der beiden „Reiche“ Kirche und Demokratie an. Dabei geht es nicht darum, die Kirche zu demokratisieren oder den Staat zu verkirchlichen. Beide Tendenzen sind vorgekommen und sie sind zum Teil auch positiv zu bewerten. Jedoch liegt der besondere Reiz darin, die in ihrer Unvereinbarkeit nebeneinanderstehenden „Reiche“ gegenüberzustellen; Leisner bekräftigt, dass sie auch nebeneinanderstehen sollen, denn nur dadurch ist es möglich zugleich ihre Unterschiede und vor allem ihre Nähe zueinander erkenn- und nutzbar zu machen. Beide sollen sich achten und durch den Verzicht, sich in den Bereich des jeweils anderen einzumischen, Frieden halten. Leisner strebt eine Versöhnung an, die beide als komplementär betrachtet. Das eine „Reich“ hört da auf, wo das andere einsetzt (161). Das Buch wirkt an vielen Stellen kryptisch und entzieht sich z. T. so im Gang der Argumentation der Nachvollziehbarkeit.
Timo Freudenberger (TF)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.23 | 2.21 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Timo Freudenberger, Rezension zu: Walter Leisner: Gott und Volk. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9069-gott-und-volk_35210, veröffentlicht am 17.11.2008.
Buch-Nr.: 35210
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Dr., Politikwissenschaftler.
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