/ 21.06.2013
Jörg Deml / Hanna Haupt / Johannes Steffen
Solidarität leben statt Altersarmut! Sichere Renten für die Zukunft. Hrsg. von der Volkssolidarität
Hamburg: VSA 2008; 334 S.; 16,80 €; ISBN 978-3-89965-332-8Die Autoren begreifen Eingriffe in die Anpassungsformel der Renten als die Aufkündigung eines gesellschaftlichen Konsenses. Durch diese Praktiken werde eine gesellschaftliche Errungenschaft gefährdet. Nach Ansicht der Autoren sollte aber die Entwicklung der Renteneinkommen im Gleichklang mit denen der Erwerbstätigen stehen – ein Sicherungsziel, das sie im Zentrum der sozialpolitischen Diskussion über die Rentenversicherung sehen. Auch die aktuelle Tendenz zur Teilprivatisierung der Alterssicherung trage dazu bei, dass sich ohnehin schon bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten im Alter noch verstärkten. Dies sei sozial inakzeptabel, denn nur, wenn sich die Einkommensunterschiede in der Erwerbsphase im Rahmen hielten und die Mehrheit der Versicherten überhaupt ein Erwerbseinkommen erzielt habe, könnten die Renten über einer sozialen Grundsicherung liegen. Das bisherige System werde allerdings zunehmend durch Niedrigverdienste, nicht versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, Ausbildungszeiten, familiär bedingte Ausfallzeiten sowie Arbeitslosigkeit infrage gestellt. Um dieser komplexen Thematik gerecht zu werden, nehmen die Autoren zunächst eine tief greifende Bestandaufnahme des bestehenden Systems unter Einbeziehung sämtlicher vorstellbarer Konstellationen vor. Das Spektrum reicht hierbei von der Darstellung von Rentenreformen über die Analyse der Problematik von Hinterbliebenenrenten bis hin zum aktuellen Paradigmenwechsel in der Rentenpolitik – im Mittelpunkt steht nun die Basissicherung. Darauf aufbauend erörtern die Autoren die Ausweitung der Rentenversicherung zu einer Versicherung der Erwerbstätigen. Dies wäre für sie ein wichtiger Beitrag zur Modernisierung des Sozialstaates. Den Abschluss dieser äußerst ambitionierten und hervorragend belegten Untersuchung bilden verschiedene Finanzierungskonzepte wie der Wechsel vom Umlage- zum Kapitaldeckungsverfahren oder die Erhebung eines Wertschöpfungsbeitrags.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.342
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Jörg Deml / Hanna Haupt / Johannes Steffen: Solidarität leben statt Altersarmut! Hamburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30135-solidaritaet-leben-statt-altersarmut_35730, veröffentlicht am 18.02.2009.
Buch-Nr.: 35730
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