/ 05.06.2013
Katja Schweizer
Täter und Opfer in der DDR. Vergangenheitsbewältigung nach der zweiten deutschen Diktatur
Münster: Lit 1999 (Studien zur DDR-Gesellschaft 4); XXXI, 255 S.; brosch., 48,80 DM; ISBN 3-8258-3730-0Sozialwiss. Diss. Bochum; Gutachter D. Voigt. - Die Begegnung mit Opfern der DDR-Diktatur gab der Autorin nach eigenem Bekenntnis den emotionalen Impuls zur Abfassung ihrer Dissertation; als Westdeutsche war ihr Verhältnis zu den Verhältnissen jenseits der Mauer bis zu diesem Zeitpunkt von Distanz geprägt. Ihre Betroffenheit bleibt spürbar und ist bei einem derartigen Thema sicherlich auch legitim. Daß die Folgen des kommunistischen Systems in nicht geringerem Maße einer Aufarbeitung bedürfen als die des nationalsozialistischen, ist die Basishypothese der Arbeit, die sich in drei Teile gliedert. Der erste Teil ist dem Thema gewidmet, was eine Diktatur im allgemeinen, die der DDR im speziellen kennzeichnet. NS-System und DDR-Regime in Hinsicht auf ihren totalitären Charakter zu vergleichen, wird ausdrücklich gerechtfertigt. Teil II definiert den Begriff des Täters und des Opfers und untersucht, welche DDR-Institutionen sich der Täterschaft schuldig machten, welche Leiden den Opfern zugefügt wurden. Der dritte Teil trägt den Titel "Vergangenheitsbewältigung" und versucht zu begründen, warum eine derartige Bewältigung erforderlich ist und auf welchen Ebenen (politisch, juristisch, moralisch etc.) sie stattfinden sollte.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.313 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Katja Schweizer: Täter und Opfer in der DDR. Münster: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7847-taeter-und-opfer-in-der-ddr_10408, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10408
Rezension drucken
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
CC-BY-NC-SA