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/ 22.06.2013
Christian Wey / Klaus F. Zimmermann (Hrsg.)

Twenty Years of Economic Reconstruction in East Germany

Berlin: Duncker & Humblot 2009 (Applied Economics Quarterly Supplement 60); 113 S.; 69,90 €; ISBN 978-3-428-13257-7
Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist der Band gleichermaßen einer Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland wie auch zukünftigen Perspektiven dieses Raums gewidmet. Markus Demary und Klaus-Heiner Röhl stellen fest, dass die industrielle Fertigung wieder an Bedeutung gewonnen hat, insbesondere Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben spezialisierte industrielle Zentren geschaffen. In diesem Kontext untersuchen die Autoren den Nutzen von Investitionsanreizen oder Subventionen durch die Politik. Sie stellen fest, dass staatliche Zuschüsse einen sehr positiven Effekt auf die Fertigungsindustrie und die regionale Arbeitsmarktsituation hatten. Jedoch bleiben neben den ermutigenden Ergebnissen in dieser Industrie erhebliche Defizite in der Entwicklung der Hochtechnologieindustrie und gemischter Industriezentren sowie bei der Etablierung von Unternehmenszentralen. Letztere tendierten bekanntermaßen zu Metropolregionen, so die Autoren, und in Ostdeutschland gebe es nur Berlin. Deshalb meinen sie: „A prosperity level like that measured in poorer West German states like Schleswig-Holstein and Lower Saxony is a more realistic goal than the West German average” (26). Mit Blick auf die Zukunft plädieren Demary und Röhl dafür, die Förderung industrieller Ansiedlungen nicht zu selektiv zu gestalten. Herbert S. Buscher, Eva Dettmann, Marco Sunder und Dirk Trocka fragen in ihrem Beitrag, ob es in Ostdeutschland bis 2015 zu einem Facharbeitermangel kommen wird. In ihrer Untersuchung konzentrieren sie sich auf Thüringen. Dort ist der Altersdurchschnitt von Beschäftigten sehr hoch. Sie empfehlen zur Vermeidung von Engpässen, insbesondere Arbeitspendler aus Nachbarregionen zu binden. Notwendig seien dafür gemeinsame Anstrengungen von Behörden und Unternehmen, als Stichworte werden Ganztageskindergärten, Gleitzeiten und ein familienorientiertes Personalmanagement genannt. Der Band ist das Ergebnis der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft deutscher wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsinstitute (ARGE) im April 2009 in Berlin.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3152.3312.3252.34 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Christian Wey / Klaus F. Zimmermann (Hrsg.): Twenty Years of Economic Reconstruction in East Germany Berlin: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32248-twenty-years-of-economic-reconstruction-in-east-germany_38483, veröffentlicht am 02.06.2010. Buch-Nr.: 38483 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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