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/ 21.06.2013
Dieter Dörr / Peter-Christian Müller-Graff (Hrsg.)

Medien in der Europäischen Gemeinschaft

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2007 (Schriftenreihe des Arbeitskreises Europäische Integration e. V. 59); 157 S.; brosch., 29,- €; ISBN 978-3-8329-3128-5
Die Frage nach der Rolle der Medien und transnationalen Kommunikation wurde im Juli 2006 während einer interdisziplinären Tagung des Arbeitskreises Europäische Integration in Zusammenarbeit mit der Universität Mainz erörtert, deren Beiträge in diesem Band dokumentiert werden. Die Texte im ersten Teil sind grundsätzlichen Fragen gewidmet. Zunächst wird der Status quo der Medienlandschaft in der EU beschrieben und über einige aktuelle Entwicklungen des audiovisuellen Sektors informiert. Ein Aspekt war dabei die Notwendigkeit einer Modernisierung der EU-Fernsehrichtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“, um sie den technologischen Entwicklungen anzupassen und faire Wettbewerbsdingungen für die sich entwickelnden audiovisuellen Mediendienste in Europa zu schaffen. In einem weiteren Beitrag wird der rechtliche Status der Medien in ausgewählten EU-Mitgliedstaaten – es handelt sich um Frankreich, Italien, Großbritannien und Slowenien – verglichen und dabei festgestellt, dass sich die Grundstrukturen in den Ländern zwar einerseits ähneln, wie etwa hinsichtlich des dualen Aufbaus, also der Koexistenz öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunkveranstalter. In den von der Fernsehrichtlinie harmonisierten Bereichen wie beispielsweise dem des Jugendmedienschutzes und der Werbung hätten sich die Regulierungsregime seit Ende der 80er-Jahre ebenfalls angeglichen. Andererseits würden trotz globaler Entwicklungen im Medienmarkt und der fortschreitenden digitalen Revolution die Vorstellungen über den „free flow of information“ (33) in den europäischen Mitgliedstaaten doch noch weit auseinandergehen. Dies gelte insbesondere für die Ausgestaltung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrages wie auch die Sicherung von Meinungsvielfalt und Pluralität im privaten Rundfunkbereich. Weiterhin werden die Vorgaben des EU-Wettbewerbsrechts auf die nationalen Rundfunkordnungen dargelegt, die bislang „ausschließlich fruchtbar“, da „wettbewerbs- und pluralismusschützend zugleich“ (41) seien. Im zweiten Teil finden sich Erörterungen von Einzelfragen zum Bereich Medien, die überwiegend juristischer Natur sind.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.4 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Dieter Dörr / Peter-Christian Müller-Graff (Hrsg.): Medien in der Europäischen Gemeinschaft Baden-Baden: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28790-medien-in-der-europaeischen-gemeinschaft_33965, veröffentlicht am 08.07.2009. Buch-Nr.: 33965 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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